2026 Vor der Muswiese - nach der Muswiese

Die Hohenloher arbeiten fleißig und gerne. Wenn die Arbeit getan ist, darf aber auch ordentlich gefeiert werden – am liebsten gemeinsam mit Familie, Freunden und Gleichgesinnten, bei deftigem Essen, einem frischen Bier oder einem guten Viertele.
Da ist es kein Wunder, dass sich alljährlich im Herbst Jung und Alt aus nah und fern im kleinen Weiler Musdorf bei Rot am See zur Muswiese treffen. Schließlich ist sie nicht nur der älteste Jahrmarkt Hohenlohes –1434 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt –, sondern auch eines der größten und traditionsreichsten Feste der gesamten Region.
Für die bäuerliche Bevölkerung ist die Muswiese seit jeher Erntedankfest und Landwirtschaftsschau zugleich. Für die Menschen aus der gesamten Region ist sie vor allem eines: ein echtes Heimatfest. Kaum irgendwo sonst findet man diese besondere Mischung aus Jahrmarkt, Volksfest, Landwirtschafts- und Gewerbeschau und ländlichem Schlachtfest.
Die Bedeutung der Muswiese reicht weit über Musdorf hinaus. In ganz Hohenlohe und den angrenzenden Gebieten gibt es deshalb bis heute eine ganz eigene Zeitrechnung: „Vor und nach der Muswiese.“
Für den Hohenloher Landwirt markiert die Muswiese traditionell das Ende des arbeitsreichen Jahres. Die Ernte ist eingebracht, man hat „sei Sach“ und kann sich langsam auf den Winter vorbereiten. Der bringt zwar ebenfalls Arbeit mit sich, doch ist sie weit weniger von der Witterung abhängig als die Zeit zwischen Aussaat und Ernte.
So ist die Muswiese vor allem eines: eine große Verschnaufpause. Man trifft Verwandte, Bekannte und Freunde, tauscht Erfahrungen aus und bringt sich auf den neuesten Stand. Gleichzeitig wird geschaut, was Haus, Hof und Garten noch brauchen. Und natürlich findet man auch jene praktischen, strapazierfähigen und wärmenden Kleidungsstücke, die mancher schon aus den Zeiten seiner Großmutter kennt.
Man darf also gespannt sein, wie der Rot am Seer Künstler KOVAL das Thema am Gemeindestand im Gewerbezelt umsetzt.




